Halloween special review: „Networks of Control“

Als „die perfekte Halloween-Lektüre“ bezeichnet Courtney Gabrielson in The Privacy Advisor der International Association of Privacy Professionals (iapp) die jüngst in Wien erschienene Studie „Networks of Control. A Report on Corporate Surveillance, Digital Tracking, Big Data & Privacy“ von Wolfie Christl und Sarah Spiekermann.

Sarah Spiekermann ist Professorin für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik an der Wirtschaftsuniversität Wien. Wolfie Christl lebt ebenfalls in Wien und ist Autor, Forscher, Netzaktivist, Game Designer, Künstler.

Christl und Spiekermann sind schon lange unter anderem in Sachen digitaler Privatsphäre mit umfassenden Untersuchungen und Recherchen unterwegs und waren sich bereits durchaus bewusst, was die allgegenwärtige IT-Welt mit Verbraucher-Daten anstellt. Umfang und Ausmaß haben die Autoren beim Erstellen der Studie jedoch selbst immer wieder entsetzt.

Die Studie soll vor allem Bewusstsein schaffen, was da vor sich geht und wie wir als Gesellschaft die Handlungsmacht zurück gewinnen. Denn dass sich die Datensammler rechtlich in Grauzonen bewegen, ist mittlerweile bekannt. Dabei seien die Daten von Facebook, Amazon und Google nur kleine Puzzleteile in einem viel größeren Netzwerk.

Auf der Grundlage von detaillierten Beispielen, etwa wie Firmen daran arbeiten, eindeutige Identifikationsnummern für Menschen zu erstellen, bereits gezielte Wahlwerbung steuern, Kredit- und Risikobewertungen abgeben, will die Studie Antworten auf die folgenden Fragen geben:

  • Wer sind die Spieler im Big Data-Business?
  • Wie sammeln, teilen und nutzen Online-Plattformen, Tech-Unternehmen und Daten-Broker personenbezogene Daten wirklich?
  • Welche Daten werden von Smartphones, Fitness-Trackern, E-Readern, Smart-TVs, angeschlossenen Thermostaten und Autos erfasst?
  • Wird das Internet der Dinge zu allgegenwärtiger Überwachung führen?
  • Was kann von unserern Einkäufen, Anrufen, Nachrichten, Website-Besuchen, Web-Recherchen und Vorlieben abgeleitet werden?
  • Wie wird Big Data bereits in Bereichen wie Marketing, Einzelhandel, Versicherungen, Finanzen, Gesundheitswesen und Arbeit verwendet, um uns je nach „Fall“ unterschiedlich zu behandeln?
  • Was sind die gesellschaftlichen und ethischen Folgen dieser Praktiken?
  • Und was können wir tun?

Die Studie ist bisher englischsprachig veröffentlicht.
Zum kostenfreien PDF-Download oder Kauf des Buches Networks of Control. A Report on Corporate Surveillance, Digital Tracking, Big Data & Privacy von Wolfie Christl and Sarah Spiekermann:
http://crackedlabs.org/en/networksofcontrol

Erste Ankündigung deutschsprachig zur Veröffentlichung:
https://futurezone.at/digital-life/das-unsichtbare-netzwerk-der-datenhaendler/223.648.334

Buchbesprechung englischsprachig:
https://iapp.org/news/a/book-review-networks-of-control/

Noch eine Leseempfehlung: Sarah Spiekermann im Interview mit brand eins 07/2016, Schwerpunkt Digitalisierung, über Ethik, Techies und Maschinen:
https://www.brandeins.de/archiv/2016/digitalisierung/sarah-spiekermann-im-interview-die-ethische-maschine/

Happy Halloween!
dh